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Müssen Hunde auch im freien Gelände an die Leine?

Mit dieser Frage nach einer Leinenpflicht beschäftigte sich kürzlich auch der OGH und entschied, dass die Antwort darauf immer vom Einzelfall abhängt.

Im konkret vorliegenden Fall spazierte ein Hundehalter mit seinem Pudel auf einem Weg außerhalb eines Ortes. Auf der angrenzenden Wiese kam ihnen ein freilaufender, noch verspielter, 10 Monate alter Hirtenhund entgegen, ohne sie jedoch zu attackieren oder zu berühren. Vorsorglich versuchte der Mann seinen Pudel zu beschützen, indem er ihn hoch nahm. Dabei geriet das Herrchen allerdings selbst ins Wanken, stürzte und verletzte sich und forderte gerichtlich Schadenersatz ein.

Da der Hirtenhund zuvor noch nicht auffällig geworden war und auch mit fünf Monaten nachweislich die Welpenprüfung in einer Schule abgelegt hatte, verneinten die Vorinstanzen in diesem Fall den Leinenzwang und damit die Haftung der beklagten Hundehalterin. Und auch der OGH wies die Revision des Klägers ab (4Ob20/18x) .

Keine allgemeine Leinenpflicht

Denn eine allgemeine Leinenpflicht gibt es in Österreich nicht, sodass es durchaus erlaubt ist gutmütige Hunde im freien Gelände unangeleint herumlaufen zu lassen.
Jedoch ist immer dann besondere Sorgfalt des Tierhalters geboten, wenn Personen gefährdet sein könnten.

Die jeweilige Gemeinde kann allerdings hierzu Verordnungen erlassen, sodass es räumlich begrenzt sehr wohl eine Leinen- und auch Beißkorbpflicht geben kann. Auskunft hierzu bekommt man am Gemeindeamt.
Bei der Frage nach einer Haftung des Tierhalters, muss man also prüfen, ob es eine entsprechende Verordnung für das Gebiet gibt, aber auch wie wahrscheinlich es bei dem jeweiligen Tier war, dass jemand zu Schaden kommt.

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Bildnachweis: Pixabay, CCO