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Mietvertrag: Vermieter klagt trotz einvernehmlicher Auflösung restliche Miete ein

Ein halbes Jahr nach dem Auszug flatterte bei einem jungen Ehepaar plötzlich eine Mahnklage des früheren Vermieters ins Haus. Dass es Sinn macht sich gegen eine derartige Ungerechtigkeit zu wehren, zeigte der weitere Verlauf der Angelegenheit sehr schnell.

Ein junges Ehepaar mietet ein Haus im Waldviertel. Vor Ablauf der befristeten Mietdauer bietet sich eine berufliche Möglichkeit, die einen Umzug erfordert. Der Vermieter ist mit einer vorzeitigen Auflösung des Mietverhältnisses einverstanden, das Haus wird geräumt, die Schlüssel übergeben, der Vermieter bestätigt die ordnungsgemäße Übergabe mit seiner Unterschrift. So weit, so gut.

Ein halbes Jahr später, in dem man nichts voneinander gehört hat, flattert plötzlich eine Mahnklage des Bezirksgerichts ins Haus. Der Vermieter wirft dem Ehepaar durch seinen Rechtsanwalt vor, den Mietgegenstand vorzeitig verlassen zu haben und dass eine vorzeitige Kündigung aufgrund der Befristung nicht möglich war. Er fordert die restlichen zwei Monatsmieten samt Zinsen und Kosten des Verfahrens.

Viele hoffen darauf, dass Gegner einen Rechtsstreit scheut

Eine Situation, wie sie bestimmt öfter vorkommt, als man glaubt. Denn auch wenn man sich über diese Ungerechtigkeit ärgert, so schreckt die Aussicht auf ein Gerichtsverfahren wahrscheinlich viele ab. Ein Rechtsstreit ist meist teuer, mitunter langwierig und nervenzehrend – so die gängige Meinung. Wer keine Rechtsschutzversicherung hat, traut sich meist dieses Risiko nicht einzugehen. Die Summe, die gefordert wird, ist zwar selbstverständlich eine, die weh tut und die man nur ungern bezahlt, aber trotzdem eine überschaubare, mit der die Sache dann eben aus der Welt geschafft ist und man nach vorne blicken kann.
Darauf bauen viele Menschen, wie dieser Vermieter, wie der weitere Verlauf des Falles dann gezeigt hat.

Schlüssiger Einspruch wies Kläger in die Schranken

Das Ehepaar wollte sich diese Ungerechtigkeit nicht gefallen lassen. Man hatte zwar nur das mündliche Einverständnis des Vermieters mit der vorzeitigen Auflösung, aber seine Unterschrift unter dem Übergabeprotokoll. Darüber hinaus war der Vermieter immer wieder unangekündigt im Haus aufgetaucht oder hatte durch Fenster geblickt, was Zeugen auch bestätigen konnten. Dies wäre zusätzlich auch ausreichend Grund für eine außerordentliche vorzeitige Kündigung. All diese Argumente und Zeugen wurden im Einspruch gegen die Mahnklage dem Gericht vorgebracht.

Unmittelbar nach der Festsetzung eines Verhandlungstermins schlug der Vermieter durch seinen Rechtsanwalt ein ewiges Ruhen des Verfahrens vor, der Kläger verzichtete also auf die eingeklagte Summe. Diesmal kam er nicht damit durch. Doch er hatte es versucht.

Die Donnerbauer & Hübner Rechtsanwälte GmbH vertrat die Beklagten in diesem Verfahren.

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Bildnachweis: Pixabay, CCO