Blog ‹ Zur Kategorieübersicht

Car Sharing: € 18.000 nach Unfall eingefordert

Rund € 18.000 forderte das Unternehmen plötzlich von seiner Kundin nach einem Unfall. Der Vorwurf des grob fahrlässigen Verhaltens stand ohne Begründung im Raum.

Einsteigen, losfahren und an einem beliebigen Ort wieder abstellen, egal ob Tag oder Nacht. Das klingt praktisch, dachte sich auch eine Wienerin und wurde Kundin eines bekannten Car Sharing-Unternehmens.

Als sie in der Nacht, nach ihrem Dienst als Kellnerin, in eines der Mietautos einstieg und mit dem Ausparken begann, stieß sie wegen einer kurzen Ablenkung an das vor ihr parkende Auto. Beide Autos wurden dabei beschädigt.
Entsprechend der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Unternehmens, verständigte sie sofort die Polizei. Der Unfall wurde aufgenommen. Ein Vorfall also, wie er täglich mehrmals vorkommt.

Fünfzehnfache des vereinbarten Selbstbehaltes wurde gefordert

Zu keiner Zeit bestritt die Frau den Unfall verursacht zu haben und war sich auch bewusst, dass sie sich durch die Anerkennung der AGBs mit einem Selbstbehalt von € 1.200 einverstanden erklärt hatte.

Worauf sie allerdings so gar nicht gefasst war, war der Brief des Unternehmens, der wenig später bei ihr eintraf. Hier wurden nämlich ganz plötzlich rund € 18.000,– für Abschleppdienst, Sachverständigengutachten und die Reparatur der Unfallschäden von ihr gefordert. Zahlbar binnen 14 Tagen. Angeblich hätte sie grob fahrlässig gehandelt, eine weitere Begründung blieb aus.

Immerhin verständigte sie die Polizei, war nicht alkoholisiert und hielt sich auch sonst streng an die Vorgaben, die das Unternehmen für den Fall eines Unfalles aufgestellt hatte.

Unternehmen versuchte so lange wie möglich an unberechtigten Forderungen festzuhalten

In einem ersten Schreiben an das Unternehmen hat die Donnerbauer & Partner Rechtsanwalts GmbH als Rechtsvertreterin der Kundin die Forderungen zurückgewiesen, da die Mandantin schlichtweg nicht grob fahrlässig gehandelt hat.
Dieses Schreiben wurde seitens des Unternehmens allerdings ignoriert.
Stattdessen versuchte man mittels Mahnungen und einer angedrohten Klage die Mandantin weiterhin zur Zahlung des ungerechtfertigten Betrages zu drängen. Bestärkt durch ihre Rechtsvertreterin konnte sie einer solchen Klage allerdings gelassen entgegen blicken.

Nach vier Monaten schließlich kam vom Unternehmens das Schreiben, dass der Vorgang erneut geprüft wurde und die Schadenersatzforderung nun € 1.200,– beträgt. Der restliche Betrag wurde storniert.

Haben Sie konkrete Fragen? Dann vereinbaren Sie gleich ONLINE einen Besprechungstermin in unserer Kanzlei.

 

Bildnachweis: Pixabay, CCO